Stellen Sie sich die Diakonie Ruhr wie ein Mehrgenerationenhaus vor:
Hier arbeiten Menschen jeden Alters zusammen – von jungen Talenten bis hin zu erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, unseren Silverworkern, die ihr Wissen und ihre Kompetenz aktiv einbringen.
Wenn Sie sich nach Veränderung sehnen, muss das kein Abschied sein. Warum nicht einfach einen anderen Raum im Haus entdecken? Bei uns haben Sie die Möglichkeit, sich intern neu zu orientieren und Ihre Stärken an anderer Stelle einzubringen.
Uns ist wichtig, dass Sie sich wohlfühlen und langfristig Teil unserer Gemeinschaft bleiben. Deshalb unterstützen wir interne Wechsel ausdrücklich – offen, unkompliziert und ohne Nachteile für Sie. Schauen Sie sich gerne im „Diakonie Ruhr-Haus“ um – vielleicht wartet schon eine neue Aufgabe auf Sie.
Bei Fragen oder dem Wunsch nach Beratung zu internen Möglichkeiten steht Ihnen die Gemeinschaftliche Interessenvertretung (GIV) unter giv@diakonie-ruhr.de gerne zur Verfügung.

Alexandre Ndjeng Biyouha ~ meine Geschichte:
Als „Silverworker“ in der Jugendhilfe
Was ist Ihr beruflicher Hintergrund und warum haben Sie sich entschieden, als Ruheständler weiterzuarbeiten?
Ich bin Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Elektrotechnik und habe viele Jahre in der Industrie und im Bereich Energieversorgung gearbeitet. Vor über 20 Jahren habe ich in Bochum den Verein Planet Afrika gegründet, der sich für die Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund durch Bildungs- und Hilfsangebote einsetzt und Mitglied im Kinder- und Jugendring Bochum ist. Ich war lange zweiter Vorsitzender im Integrationsrat. Integration ist mir ein Herzensanliegen, deshalb engagiere ich mich seit vielen Jahren in dem Bereich.
Ich wollte noch nicht in Rente gehen, denn ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen weitergeben. Ich möchte arbeiten, solange ich kann. Meine Motivation ist auch, meinen Kindern zu zeigen, dass es kein Alter gibt, in dem man sich ausruhen muss. Ich habe auch eine Schule gegründet in Mbalmayo in Kamerun. Wenn sie fertig ist, werde ich vorläufig mehr dort sein als hier, aber das dauert noch ein wenig.
Warum haben Sie sich für unsere Ev. Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Overdyck entschieden und welche Aufgaben haben sie dort?
Ich arbeite als Sprach- und Kulturmittler mit einer vollen Stelle in der Fachstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an der Widumestraße. Das ist Sozialbetreuung im weitesten Sinne: Ich kümmere mich um die Neulinge und bringe ihnen bei, wie man hier lebt. Dazu gehören zum Beispiel Informationen zum politischen System, zu Regeln und zu einem respektvollen Zusammenleben. Ich möchte den Jugendlichen helfen, in Deutschland gut anzukommen. Das ist mir seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen, und das kann ich bei Overdyck sehr gut einbringen.
Was würden Sie Menschen raten, die auch im Ruhestand weiterarbeiten möchten?
Ich würde ihnen empfehlen, sich eine Arbeit zu suchen, in der sie ihre Erfahrungen weitergeben können. Denn auch junge Menschen profitieren von der Erfahrung der Älteren. Die Technik entwickelt sich zwar weiter, aber das Wissen wird weiterhin gebraucht.

Anja Micke ~ meine Geschichte:
Von der Wohnungslosenhilfe in die Unternehmenskommunikation
Wie kam es zu deinem Wechsel innerhalb der Diakonie Ruhr – Familie?
Ich bin jetzt in der Unternehmenskommunikation der Diakonie Ruhr und bin dort für die Mediengestaltung und Fotos zuständig. Vorher habe ich drei Jahre lang in der Existenzsicherung/Wohnungslosenhilfe gearbeitet. Zuerst war ich in der Nachtschicht im Fliednerhaus, später dann in der VILLA. Dort habe ich mit psychisch kranken Wohnungslosen gearbeitet. Eigentlich wollte ich da auch nicht weg. Ich habe das sehr gerne gemacht. Aber ich bin von Hause aus Fotografin und übe diesen Beruf auch noch aus. Dem bin ich mit meiner jetzigen Tätigkeit wieder näher. Ich kann wieder kreativer sein. Und ganz praktisch: Ich kann beide Tätigkeiten auch besser miteinander verbinden. Das ging bei den Nachtschichten nicht so gut. Aber trotzdem möchte ich die Erfahrungen mit den Klient*innen nicht missen. Das war schon sehr bereichernd für mich.
Wie hat der Wechsel funktioniert?
Reibungslos würde ich sagen. Das war wirklich reibungslos. Zack, war ich drüben. Da haben mich meine ehemalige und jetzige Leitung beide sehr unterstützt. Es war zunächst nur eine Krankheitsvertretung, aus der dann mehr wurde.
Was denkst du rückblickend über deinen Wechsel?
Ich fühle mich sehr wohl. Ich kann jetzt den ganzen Tag kreativ sein. Ich bin viel unterwegs, bekomme viel von den Einrichtungen mit, was mir sehr gefällt. Ich war natürlich auch ein wenig traurig, nicht mehr direkt mit den Klient*innen zu arbeiten. Aber auch in diesem Job, den ich jetzt mache, kann ich den Betroffenen helfen. Wir unterstützen die Einrichtungen und das gefällt mir sehr gut. Der Wechsel war genau richtig.

Nadine Drach ~ meine Geschichte:
Vom Praktikum zur Festanstellung
Wie kam es dazu, dass du bei der Diakonie Ruhr angefangen hast?
Ich war Klientin beim Fachdienst für berufliche Rehabilitation des EVR. Als Eingliederungsmaßnahme aufgrund meiner psychischen Erkrankung war es Pflicht, ein Praktikum zu absolvieren. Dies wollte ich auf jeden Fall im Büro machen, weil mir das schon immer Spaß gemacht hat. Und bei der Verwaltung des Betreuten Wohnens habe ich einen Praktikumsplatz bekommen. Das war nicht selbstverständlich, ich hatte zuvor schon negative Erfahrungen gemacht – als Mensch mit einer Vorerkrankung bekommt man nicht überall eine Chance. Aber bei der Diakonie habe ich Unterstützung bekommen.
Warum wolltest du nach deinem Praktikum gerne bei der Diakonie bleiben?
Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt und die Aufgabenbereiche, die ich im Praktikum kennengelernt habe, wollte ich gerne weiterführen. Ich wollte unbedingt Teil der Diakonie werden. Es ist natürlich auch ein sicherer Arbeitsplatz.
Was würdest du Menschen in einer ähnlichen Situation raten wie der, in der du damals warst?
Ich würde sie darin bestärken, nicht den Mut zu verlieren. Zu kämpfen, auch wenn es wirklich hart ist. Man erlebt auch Rückschläge, aber das gehört dazu. Einfach machen, es kann nur gut werden. Ich selbst bin stolz darauf, dass ich den Mut hatte. Mein persönliches Erfolgserlebnis: Trotz meiner Krankheit – man sieht sie mir nicht an – habe ich es geschafft. Zwei Jahre lang habe ich gekämpft und jetzt habe ich sogar einen Festvertrag. Ich fühle mich als Teil der Diakonie Ruhr.

Marlen Cremer ~ meine Geschichte:
Von der ambulanten Pflege zur Behindertenhilfe
In welchem Bereich arbeitest du jetzt und in welchem hast du vorher gearbeitet?
Ich arbeite jetzt im Bereich der Eingliederungshilfe und der Pflege, das ist ein Modellprojekt, das Apartmenthaus Bochum Weitmar. Vorher war ich in der Ambulanten Altenpflege. Für mich hat sich also die Zielgruppe verändert. Früher habe ich vor allem mit älteren Menschen gearbeitet, jetzt mit Menschen, die schwermehrfahrbehindert sind.
Ich wollte mich persönlich weiterentwickeln und in meiner alten Stelle hatte ich das Gefühl, nicht mehr so viele Gestaltungsmöglichkeiten zu haben. Aber ich wusste, die Diakonie Ruhr ist sehr groß und daher habe ich mich auf der Karriereseite umgeschaut. Mein Bruder war es dann, der die Stellenanzeige gesehen hat, und meine Mutter sagte zu mir „Bewirb dich doch einfach mal!“ Ich war dann einen Tag zum Hospitieren dort und habe mich direkt wohlgefühlt. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich konnte mitgestalten und bekam einen tieferen Einblick und eine neue Perspektive auf Pflege.
Warum bist du bei der Diakonie Ruhr geblieben?
Das hat viele Gründe. Zum einen, weil mir die Diakonie Ruhr als Arbeitgeber schon immer gefallen hat. Die Diakonie begleitet mich auch schon mein Leben lang, ich war damals in einem integrativen Kindergarten der Diakonie. Dann weil ich evangelisch bin, das passt einfach. Und zum anderen, weil sich die Diakonie Ruhr gut um ihre Mitarbeitenden kümmert. Man hat Sicherheit und ein breites Netzwerk. Es ist auch einer der größten Träger in der Sozialwirtschaft. Da war es für mich ein logischer Schritt dazubleiben.
Ich habe immer gedacht, ich hätte das vielleicht schon früher machen sollen, aber ich glaube früher wäre ich gar nicht bereit gewesen. Es war schon sinnvoll, dass ich mein Studium erst beendet und ins Arbeitsleben reingeschnuppert habe. Jetzt kann ich von den Erfahrungen profitieren, die ich vorher gesammelt habe.
Was würdest du Mitarbeitenden raten, die über einen internen Wechsel nachdenken?
Seid mutig! Es ist nie falsch, etwas Neues auszuprobieren. Auch wenn es vielleicht passieren kann, dass es am Ende nicht das ist, was man sich vorgestellt hat, aber man sammelt neue Erfahrungen und die sind es auf jeden Fall wert.
Meine Familie hat mich auch sehr bei dem Wechsel unterstützt. Ich glaube es ist schon ein Schritt, man muss sich schon trauen. Aber es ist nichts, wovor man Angst haben muss. Es ist eine Veränderung, aber Veränderungen sind nicht immer schlecht. Und bevor man unzufrieden ist in seinem Job, sollte man sich etwas suchen, das einem Freude bringt. Und die Diakonie hat da sehr viel zu bieten!
